Faszination Meerwasser – Was ist euer Highlight?

  • Hallo Meerwasserfreunde, heute möchten wir eine Runde starten, bei der eure ganz persönliche Sicht auf unser Hobby gefragt ist. Wenn ihr euer Aquarium anschaut: Was fasziniert euch am meisten?


    Fische: Große Freischwimmer oder die kleinen Charakterköpfe in den Höhlen?


    Korallen: Die Farbenpracht der SPS/LPS oder das sanfte Strömen von Weichkorallen und Anemonen?


    Der Moment: Das Füttern, das Basteln an der Technik oder einfach das Abschalten am Abend?


    Spannend sind hier eure verschiedenen Erfahrungen.

    Schreibt einfach frei von der Seele weg!


    Vielen Dank fürs Mitmachen :6_small28:

    Gruß, Matthias

  • Mach ich direkt mal den Anfang:

    Für mich war es bei den Fischen immer der Mandarinfisch Synchiropus splendidus am besten als Pärchen. Das Verhalten ist einfach toll. Wenn die wie kleine Hubschrauber oder Kolibris durchs Becken schwimmen, ist das genial. Auch wenn sie beim Futter recht wählerisch sein können, ist es die Mühe absolut wert.


    Bei den Korallen ganz klar LPS, besonders Euphyllias. Und Bartkorallen fand ich auch immer super.


    Spaß macht es irgendwie immer, meistens jedenfalls, wenn alles (wieder) läuft... Gehört halt alles dazu: den Giftzwerg-Barsch mal wieder aus dem Technikabteil fangen, das Rattern der Strömungspumpe in den Griff kriegen ohne sie zu zerstören oder rechtzeitig nach dem Osmosetank schauen.


    Aber man kann die Zeit durchaus auch genießen. Die Farben sind bei unserem Hobby einfach mega und einmalig – das sieht man sonst nirgends auf der Welt außer direkt am Meer. Und die wenigsten von uns leben ja am Meer. Am Ende lohnt sich die Arbeit. Sobald der Stecker in der Steckdose ist, beginnt einfach eine verdammt intensive Zeit.


    Wie sieht's bei euch aus?

  • Mach ich direkt mal den Anfang:

    Für mich war es bei den Fischen immer der Mandarinfisch Synchiropus splendidus am besten als Pärchen.

    bei mir sind es die picturatus, so sueß wie die beiden am Abend immer zusammen aktiv sind wärend jeder Tagsüber sein Ding macht. Ansonsten sind es die Blennys die es mir angetan haben, einfach witzige super interesante Fische, die alles genau im Blick behalten.


    Bei den Korallen, sind es eindeutig die Gorgonien, warum weiß ich auch nicht.


    Ansonsten fazieniert mich immer das Auftauchen neuer Lebewesen alles was man nicht bewusst ins becken einbringt, daher bin ich auch großer Fan von Lebendgestein, selbst wenn Tiere nur kurze Zeit auftauchen ist es doch Fazinierend, etwas was im süßwasserbereich so nicht existiert.

    Aktuell find ich es einfach schön zu sehen wie Sich im Becken verschiedene Seescheiden/Schwämme bilden oder Muscheln die durch LS mit ins becken gekommen sind.

    beste Grüße aus Göttingen


    Sven

  • Hallo,

    Mir geht es ähnlich, alles was nicht bewusst gekauft wurde, sondern von alleine wächst, fasziniert mich.

    Am Anfang erkennt man noch nicht was es ist und hängt dauert vorm Aquarium und kuckt und recherchiert und wenn es dann etwas nicht ganz Alltägliches und keine Glasrose ist, freue ich mich riesig. Schön finde ich auch, wenn unterschiedliche Korallen zu einem schönen Ganzen zusammenwachsen, was aber meistens nur temporär funktioniert.

    Ich finde es toll, das hier ein Thema angestoßen wird, wo mal wieder ein bisschen von den Aquarien erzählt wird, jenseits von allen Problemen, die so auftreten. Vielleicht mag der eine oder andere ja auch mal besonders gelungene Ecken als Foto einstellen. Ich bin noch im Urlaub, wenn ich wieder zu Hause bin, werde ich mal kucken, welche Ecke mich im Moment am meisten begeistert. Liebe Grüße Barbara

  • Hallo Sven, hallo Barbara,

    ein großes Dankeschön an euch beide fürs Mitmachen! Es ist schön zu lesen, was für euch den Reiz ausmacht.


    Sven: Die picturatus sind wirklich Charakterköpfe. Wundertüte Lebendgestein da bekommt man immer schon eine gute Ladung leben mit.


    Barbara: Dir erst mal einen schönen Urlaub ! Fotos von den Lieblingsecken - wir sind gespannt.

    Richtige zusammenhängende Korallengärten - Stimmt mit dem temporär, aber wunderschön.

  • Auch mal mein Beitrag dazu. Spiegelt aber nur die aktuellen Präferenzen wieder, zeitlich gesehen ändern die sich mal mehr mal weniger.


    Ich bin aktuell ein großer Fan der Artenvielfalt und vor allem Fokus auf kleinere Fische, dafür von der Anzahl mehr, ergänzt mit mögliche Wirbellose. Um ein möglichst artgerechtes und vielseitiges Bild im Aquarium zu erzeugen.


    Bei Korallen mag ich eigentlich auch alles, von der Farbenpracht, Biotope (was derzeit noch im MW viel zu kurz kommt) bis zum Weichkorallen/Anemonen Artenbecken inkl Partner. Wobei ich derzeit eher auf die einfacheren Tiere abziele und ein High End SPS Becken eher meide. Das ist aber eher geschuldet am Aufwand und der möglichen zu investierenden Zeit.


    Ich genieße selbst zu beobachten oder wenn Kinder/Gäste mit leuchtenden Augen und den Händen an der Scheibe immer was neues entdeckend am Becken gefesselt sind. Das Beste ist aber fremde Becken zu genießen, da man im eigenen Becken immer "Arbeit" sieht und findet, in fremden eher nicht.


    Großfisch oder Vielschwimmer finde ich selbst immer etwas unpassend im Aquarium. Macht das Becken/Aufbau klein und auch in Becken mit mehreren tausend Liter sieht das für mich trotzdem unpassend an von den Proportionen her. Die wenigsten können sich ein für mich passenden Becken etablieren. Die gehören eher in sehr große Becken oder in den Zoo, aber da bin ich vermutlich vor geschädigt vom tauchen her.

  • Hmm, wo fange ich bloß an ? :/

    Im Grunde genommen hat mich schon seit frühester Kindheit die Unterwasserwelt fasziniert.

    Egal ob wir im Schwimmbad, am See oder Meer waren, war ich stets mit dem Kopf unter Wasser begleitet mir unzähligen Sonnenbränden am Rücken und wenn jemand ein Aquarium hatte, klebte meine Nase sowieso nur an der Scheibe.

    Erst viel später im Zuge eines Urlaubes in der Türkei habe ich dann die Möglichkeit des Schnuppertauchens im Pool ergriffen, war natürlich gleich angefixt und nach dem 1. Tauchgang im Meer war´s aus und geschehen ... sofort Tauchschein gemacht und Jahre später der erste Tauchgang im Roten Meer :gb: ... na bumm.

    Aquaristik habe ich bis zu dem Zeitpunkt nur Süßwasser praktiziert und als am Plan stand das Wohnzimmer neu zu machen habe ich die Chance ergriffen und die Geschichte nahm ihren Anfang (den ihr auch hier in meinem Thread nachlesen könnt).


    Natürlich bekommst du durch die Meerwasseraquaristik einen viel tieferen Bezug auf die Unterwasserwelt in Korallenriffen, siehst diese beim Tauchgang mit ganz anderen Augen und wie Chris schon erwähnt hat, bin ich durch diese "Vorbelastung" auch ein Freund von kleinstmöglichen Besatz.


    Besatz-Highlight und Lieblinge in meinem Becken ist mein Pärchen Synchiropus Splendidus in punkto Verhaltensweise und der krassen Farben unter Tags (alter, als ich zum ersten Mal die Schlafmützen in der Nacht überrascht habe, dachte ich die sind todkrank weil beide grau und mit Schleim überdeckt waren).

    Korallen-Highlight ist für mich die Montipora Confusa ... ja, richtig gelesen ... farblich kein Kracher, aber diese Wuchsform und deren Varianz kriegt sonst keine andere Koralle so hin.


    Als ich noch Süßwasser hatte, bin ich schon des Öfteren vor dem Becken gesessen und habe eine Zeit lang beobachtet, doch seit mein MWA ganz gut läuft (wenn der Fehler vor dem Becken nicht wieder auf dumme Ideen kommt) sitze ich jeden Tag davor und genieße das Schauspiel und diese Lebendigkeit die das Becken als Ganzes ausstrahlt.

    Es vergeht kein Tag ohne etwas Neues zu entdecken und im Gegensatz zum SW sind ich und meine Frau noch nie vor dem Becken gesessen und hatten vor Lachen Tränen in den Augen weil auch sehr viel Lustiges passiert. :D


    Wenn mal Besuch kommt kleben auch die Nasen an den Scheiben und das macht dich in gewisser Weise auch etwas stolz auf das was du da geschaffen hast und alle Mühen und Sorgen sind wie weggeblasen.


    Für mich ist und bleibt Meerwasser in Form von Aquaristik oder Tauchen eine Bereicherung in allen Belangen die ich nicht missen möchte.


    :winken:

  • mein highlight ist immer das grosse ganze gewesen. nicht einzelne tiere und arten, sondern das gesamte, das ungeheuer komplexe zusammenspiel verschiedenster parameter und die veränderlichkeit und einflussnahme auf "flora und fauna" durch selbige oder durch uns als halter. nicht zuletzt auch die anpassungsfähigkeit dieses systems und der verschiedenen arten.

    aber eins ist klar - und das haben schonmal ein paar berühmte personen gesagt (ich verzichte auf die namennennung, weil ich mich bei weitem nicht mit diesen personen auf eine stufe stellen kann) - je mehr ich weiss, desto mehr weiss ich was ich nicht weiss. aber das permanente dazulernen, das verstehen, das ist für mich mein highlight.


    signatur.jpg


    Hilfreiche Informationen von der Einrichtung

    bis zum Betrieb des Beckens

  • Danke euch fürs mitmachen!


    Linkstein

    Hallo Chris, man merkt dir deine Erfahrung an - im positiven Sinne.

    Große Fische machen das Becken klein genau gleicher Gedanke. Selber hat man schon seine Entdeckungen oder Neuentdeckungen gemacht und der Besuch findet die neuen Entdeckungen nocĥmals - spannende Sache.



    AquaMares

    Hallo Stephan, ich selber habe zwar kein Tauchschein,, lese aber immer gerne von begeisterten Tauchern, muss wirklich cool sein obwohl ich es mir ziemlich eng vorstelle in der Ausrüstung.

    Aber finde ich gut das Element Wasser schon in der Kindheit mit viel Spaß kennenzulernen. Bin auch Eine Wasserratte.



    Michael

    Dein Becken war immer ein sehr harmonisches hat alles immer den richtigen Platz gehabt und zusammengepasst.

    Mandarin Fans sind wir beide.



    Wir haben ein interessantes und vielseitiges Hobby.

  • Hallo,

    Das System Meerwasser hat mich auch zunehmend fasziniert. Da ich Apothekerin bin und ein sehr chemisches Studium durchlaufen habe, habe ich mit Interesse die ganzen chemischen Prozesse im Meerwasser studiert.

    Auch hat es mir Spaß gemacht die Ballinglösungen selbst herzustellen .

    Wenn man versteht, wie eng teilweise die Toleranzgrenze für manche Salzkonzentrationen sind und wie wichtig die Verhältnisse der Konzentrationen untereinander sind bekommt man einen ganz anderen Blick lebende Systeme.

    Zum Beispiel bin ich wesentlich zurückhaltender in Bezug auf Nahrungsergänzungsmittel geworden. Wen man z.B. Magnesium hochdosiert nimmt, passt es vielleicht gar nicht zu den übrigen Gegebenheiten im Körper, wie Calcium Kalium oder andere Mineralstoffe . In sofern erweitert unser Hobby auch den Blick auf ganz anderen Gebieten.

    Euch einen schönen Tag noch

    Barbara

  • Es ist ganz schön schwer, sich bei der Beantwortung dieser Umfrage kurz zu fassen... Weil einfach soviel zusammen kommt...


    FISCHE

    Meine Pinzette (Chelmon rostratus) fasziniert mich nach drei Jahren immer noch durch seine Neugier und Unerschrockenheit. Er ist nicht nur wunderschön sondern strahlt eine Ruhe aus und beim längeren Beobachten merke ich, wie es mich entspannt. Gleichzeitig ist er ein ewiger Wanderer und zieht Tag wie Nacht durch's Riff. Er scheint nie zu schlafen.


    Mein Feuer-Korallenwächter (Neocirrhites armatus) ist ebenfalls faszinierend und sein Augenrollen wenn er meiner Bewegung vor dem Becken folgt, sind wirklich einzigartig.


    Als dritten und letzten Fisch möchte ich die Clownfische hervorheben. Ich hatte ein Paar Amphiprion ocellaris in einer tollen Kupferanemone wohnen, und es war einfach ein Schauspiel diese tollen Fische zu beobachten. Wie sie mit der Anemone gekuschelt und sie mit Leib und Leben verteidigt haben - davon konnte man sich kaum satt sehen. Bei jeder größeren Beckenreinigung habe ich locker 2-4 Bisswunden von der Clown Dame davongetragen. Aber das war es mir wert. Die Anemone wurde nur leider irgendwann viel zu groß und ich habe sie dann mit den Clowns in gute Hände abgegeben. Aber eines Tages werde ich diese tollen Tiere nochmals pflegen...


    Eigentlich müsste ich hier noch viele andere Fische nennen, wie z.B. den Augenfleck-Mandarinfisch, den Sechsstreifen-Lippfisch oder den Hawai-Doc. Sie alle stehen für meine absolute Faszination von Meerwasserfischen, die ich so von meiner Süsswasser Zeit nicht kannte. Auch wenn Diskus, Malawis oder Barben und Salmler natürlich ebenfalls tolle Tiere sind. Beim Meerwasser habe ich irgendwie den Eindruck, dass die Fische besonder individuelle Charaktere sind. Und nicht nur ich - auch meine Frau oder Besucher bei uns zuhause finden mein Meerwasserbecken soviel interessanter als seinerzeit meine diversen Süsswasserbecken 😊


    KORALLEN

    Ähnlich wie bei den Fischen finde ich die Unterschiedlichkeit zwischen den Arten faszinierend. Und auch wenn ich am Anfang dachte, sie sind für mich eher "Beiwerk" und ich viel mehr an den Fischen interessiert war, so ist es heute mindestens ein Gleichklang.


    Wenn man von der Anzahl in meinem Becken ausgeht, müsste ich wohl Acropora als meine Lieblingskoralle nennen. Deren unterschiedliche Wuchsformen und Farbkombinationen finde ich besonders faszinierend. Auch dass es so unterschiedliche Tiere gibt im Anspruch an die Haltungsbedingungen empfinde ich als spannende Herausforderung. Und wenn das Polypenbild mal schlecht ist, dann geht es mir auch schlecht... Und irgendwas ist ja immer... Das macht einfach den dauerhaften Reiz aus 😅


    Neben den Acropora habe ich noch diverse Montiporas, Stylophoras, Seriatoporas und Chalicen. Insgesamt sind es eindeutig mehr SPS als LPS in meinem Becken. Allerdings mag ich meine Pilzlederkoralle, Gorgonie oder Briaerum auch sehr. Wie bereits gesagt, die Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit zwischen den Arten macht für mich die anhaltende Faszination aus.


    MOMENTE

    Natürlich gehört es zu den Highlights des Hobbys, wenn man sich mal längere Zeit vor dem Becken aufhält und das Treiben beobachtet. Die kleinen Dinge zu beobachten, wie den Einsiedlerkrebs oder die Putzaktionen der Garnelen, macht fast mehr Spass als den größeren Fischen zuzuschauen. Wie beeindruckend ich es immer noch finde, wenn eine Koralle bei Berührung ihre Polypen erst komplett einzieht um sie nach kurzer Zeit wieder voll auszufahren.


    Komischerweise macht mir auch die Beckenpflege, der Wasserwechsel oder die Reinigung des Technikbeckens inkl. Abschäumer oder Pumpen nicht soviel aus. Klar, manchmal hat man keine Lust, aber wenn ich dann mal angefangen habe, dann geht es meist gut von der Hand. Und ich genieße es nachher immer, wenn alles wieder "ordentlich und sauber" ist 😅


    Ein Mysterium für mich: warum macht es mir nach drei Jahren Meerwasser immer noch nichts aus, 1-2x wöchentlich die wichtigen Wasserwerte zu messen, während mir das beim Süßwasser selbst monatlich immer eine richtige Qual war? Warum ist die manuelle Dosierung von Spurenelementen nicht lästig? Es muss wohl am Gesamtpaket liegen - die Herausforderung und Faszination des Hobbys empfinde ich beim Meerwasserbecken einfach sehr viel intensiver und daher macht auch die "Arbeit" damit einfach unglaublich anhaltend Spaß.

    Viele Grüße,

    Kai

  • Kaiser

    Hallo Kai, ja ein Chelmon hat schon was majestätisches und schwereloses. Ein Fisch der Ruhe ausstrahlt. Unerschrockenheit passt 100%.

    Auch wenn sie noch klein sind, können Clownfische schnappen. Kurz erschreckt man aber dann ist wieder gut.

    Vielen Dank für deine authentische Beschreibung. Man kann sich in vielen Punkten wiedererkennen.

  • Mir macht die Beckenpflege, meist Sonntags auch immer noch Spaß. Wenn ich eine ICP abgegeben habe, freue ich mich immer auf das Ergebniss. Wie früher, wen man eine Klassenarbeit zurückbekommen hat und eine gute Note erwartet. Wenn alles stimmt ist es wie ein Lob für die Mühe und sonst erwacht der Ehrgeiz wieder alles zu überdenken und nach Lösungen zu recherchieren.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!