Altes Neues Vivaline 180

  • Moin Moin,

    unser Wohnzimmeraquarium – also eines von zweien – war bis vor etwa zwei Monaten noch ein Süßwasserbecken. Da mich das Meerwasser inzwischen aber doch deutlich mehr gepackt hat, stand schon letztes Jahr die Entscheidung fest, das Becken perspektivisch zu versalzen. Nun hat es sich ergeben, dass ich den Großteil der Pflanzen abgegeben habe und der Fisch- sowie Garnelenbesatz in das andere, kleinere Wohnzimmeraquarium umgezogen ist.

    Das Becken wird ein reines Makroalgenbecken. Maximal könnte noch eine Gorgonie einziehen. Die Rückwand wurde innen mit Naturkork beklebt. Die Wurzel stammt ebenfalls noch aus dem Süßwasserbecken und konnte mehrere Jahre wässern.

    Technisch ist die Pflanzenlampe zunächst geblieben. Eine Ecke habe ich als Technikabteil abgetrennt, in dem aktuell noch der Bioflow werkelt. Den werde ich aber vermutlich gegen ein kleineres Modell austauschen oder ganz durch eine Strömungspumpe ersetzen. Im Moment sorgt er lediglich für etwas Oberflächenbewegung und dient als Aufbewahrungsort für Aktivkohle. Ansonsten läuft noch ein großer luftbetriebener Abschäumer von Sanders sowie eine Hygger-Strömungspumpe. Ein Heizer kommt ebenfalls noch dazu.

    Das Lebendgestein habe ich erst einmal nur hineingestellt. Über den endgültigen Riffaufbau muss ich mir noch Gedanken machen. Als Besatz sollen später (ende des Jahres) Seepferdchen einziehen, höchstwahrscheinlich Hippocampus erectus. Zwar werden 200 Liter häufig als Mindestgröße angegeben, zur besseren Pflege und um die notwendige Futterdichte zu erreichen, sollen sie aber eher in etwas kleineren Becken gehalten werden.

    Ich bin ehrlich gespannt, wie sich die Korkrückwand im Salzwasser macht und wie sich das Becken insgesamt entwickelt. Mein neues pH-Messgerät scheint allerdings einen Defekt zu haben. Heute zeigte es plötzlich einen pH-Wert von 5,6 an. Ich habe den Wert dann mit einem baugleichen Gerät überprüft und meine Freundin zusätzlich einen Tröpfchentest machen lassen. Der Tröpfchentest ergab 7,8 und das andere pH-Messgerät 7,9. Das erschien mir ohnehin unlogisch, da die KH seit fünf Tagen stabil bei 9 liegt.

    Einige Copepoden sind bereits im Becken und vermehren sich auch schon. Außerdem konnte ich die ersten kleinen Tiere entdecken, die mit dem Lebendgestein und den Makroalgen eingeschleppt wurden.

    beste Grüße aus Göttingen


    Sven

  • Abgesehen davon, dass eine Korkrürckwand in einem Meerwasserbecken völlig fehl am Platz ist, würde ich das Ganze schon aus optischen Gründen entfernen.

    Die Idee mit Makroalgen & Seepferdchen / Seenadeln finde ich hingegen total klasse..da gibt es ja wirklich wunderschöne Arten

    Grüße Andreas


    180x70x65 (OptiWhite-Glas)

    Technikbecken 100x50x40

    Giesemann Aurora V4 150cm

    2x Tunze 6075 Hub / 1x Tunze 6105 Hub

    Tunze smartcontroller 7000

    Nyos Quantum 160

    Dupla RO 600

  • Der Kork wird relativ zügig anfangen zum gammeln bzw faulen, machst dir damit vermutlich keine Freude

    Absolut nein und ausdrücklich nein da passiert gar nichts zumindest inerhalb von 8 Monaten nicht. Hab das selbe Prinzip bis vor Kurzem in einem 30er würfel gahabt wo ich Cops und etwas Macroalge drinn hatte. Auch der Kork war Jahrelang im Süßwasser und ist eine der Sorten Holz die nicht gammeln oder hast du schonmal Schimmel am Weinkorken gehabt?, Oder eben alte Weinflaschen aus Schifsfraks, selbst die äußere Borkenschicht gammelt nicht, eher im gegenteil hat es ewig gedauert bis da im Süßwasser mal was dran gewachsen ist.

    Abgesehen davon, dass eine Korkrürckwand in einem Meerwasserbecken völlig fehl am Platz ist, würde ich das Ganze schon aus optischen Gründen entfernen.

    Die Idee mit Makroalgen & Seepferdchen / Seenadeln finde ich hingegen total klasse..da gibt es ja wirklich wunderschöne Arten

    Ja die geht nicht zerstörungsfrei nicht Raus, hoffe auch das Sie dann zügig veralgt.

    beste Grüße aus Göttingen


    Sven

  • Falsch ausgedrückt, den Kork hättest du komplett flächig ohne Blasen kleben müssen. Dies ist fast unmöglich, sammelt sich dahinter in Blasen Wasser und ggfs zusätzlich Detritus und Reste in Verbindung mit so gut wie keiner Zirkulation, wird es gammeln bzw faulen.


    Da Salzwasser etwas aggressiver ist, wird der Kork mit der Zeit bröselig und es entstehen Risse.


    Liegen die Schiffswracks bei 1 m mit Licht und 25 Grad oder eher konserviert bei niedriger Temperatur und dunkel. Die Begebenheiten kannst vermutlich nicht vergleichen, aber probieren es. Bin gespannt, wie lang es klappt

    VG

    Chris

  • Bedenke, es ist nicht der zerkleinerte Kork, der wieder verpresst ist, sondern quasi die Originalplatten, wie sie von der Korkeiche geschnitten werden. Ich hatte mich damals extra wegen der Beständigkeit dafür entschieden. Eine Alterung tritt durch UV-Strahlung und Witterung bzw. Seewasser ein, reicht aber nicht mal 1 mm tief. Dafür müsste schon die ganze Zeit irgendwer den Kork massiv abrasiv behandeln.

    Ein Grund, warum Kork so beständig ist, ist das eingelagerte Wachs. Dieses wird an der Oberfläche abgewaschen. Ich glaube, bevor da etwas passiert, ist die Silikonnaht am Aquarium hin.

    Vorteilhaft wären dann Kalkrotalgen, die den Kork zusätzlich schützen. Außerdem hat die verwendete Chihiros-Lampe keinen UV-Anteil, der hier besonders aggressiv wäre.

    Aus eigener Erfahrung: Ich bin vom Beruf her Modellbauer und habe daher einiges mit Materialien und Witterungsbedingungen zu tun. Wir fertigen hauptsächlich für den Außenbereich – zwar kein Seewasser, aber UV-Strahlung, volle Sonne und Feuchtigkeit sind da alles dabei. Und Kork ist da echt eines der unkritischen Materialien. Wesentlich unbeständiger sind die ganzen „tollen“ Filterschaummatten. Da hatte ich genug Material in der Hand, das 20–30 Jahre alt ist. Das Zeug verdient den Namen Erdölprodukt zum Teil wirklich: Wenn es nicht sehr spröde wird, wird es wieder zu Öl.

    Den Punkt mit dem Detritus hinter der Rückwand gebe ich dir – das ist der größte Unsicherheitsfaktor. Schwefelwasserstoff wäre eine Möglichkeit, die entstehen könnte, das kann ich aber nur beobachten. Ich halte das Risiko jedoch für gering. Im normalen Meerwasserbecken ist ja gerade der Bodengrund eine Gefahr oder Taschen, die sich öffnen und eine Menge von dem Zeug auf einmal freigeben. Nur die Rückwand öffnet sich nicht auf einmal; wenn überhaupt, wäre es eine Diffusion durch die vorhandenen Spalten. Das dürfte, wenn dann, eher unkritisch sein, weil es ein langsamer Prozess ist.

    Da gebe ich jetzt nicht Brief und Siegel drauf, dass das funktioniert, aber es ist halt nicht die klassische hohle 3D-Rückwand, wo sich Unmengen Dreck ansammeln und dicke Schichten bilden können.

    Ja, ein Restrisiko besteht, das will ich nicht bestreiten, halte es nach allem Für und Wider aber für vertretbar gering.

    beste Grüße aus Göttingen


    Sven

  • Sicht habe ich hinter dem Becken. Und beim Kork mache ich mir wirklich wenig Sorgen, dass es im Algenbecken zu Problemen kommt.

    Als ich mit Meerwasser anfangen wollte, war auch der erste Gedanke, ich mache ein Korallenbecken daraus – wird schon passen. Naja, es ist dann darauf hinausgelaufen, dass ich aus mehreren Gründen erst einmal davon abgesehen habe, nachdem ich mich eingelesen hatte.

    Wichtig ist eigentlich, dass bei Seepferdchen die Werte an und für sich stabil bleiben und das Wasser sauber sein sollte, da sie recht krankheitsanfällig sind.

    Hier suche ich eigentlich gerade noch eine passende kleine UV-Lampe, die ohne großen Aufwand außerhalb angebracht werden kann und mit einer geschlossenen Förderpumpe den Durchfluss erzeugt. Einfach, um die Keimdichte niedrig zu halten. Bzw. wäre die Frage, ob nicht ein oder zwei Austern und ein Schwamm hier bereits eine gewisse Grundfilterung erreichen können. Den drei Austern in meinem anderen Becken scheint es ja soweit gut zu gehen.

    Dann denke ich schon, dass alles soweit stabil laufen sollte. Der Knotentang, den ich bei der letzten Bestellung mit dazu bekommen habe, scheint mir auch einen super Durchmesser zu haben, damit sich die Pferdchen daran festhalten können. Da werde ich mal schauen, wie er sich im anderen Becken macht und ob das noch eine Option ist.

    Außerdem lasse ich mir noch offen, auch hier Mangroven mit einzuplanen. Das bedeutet allerdings zusätzliche Beleuchtung über dem Becken.

    beste Grüße aus Göttingen


    Sven

  • Hab mich Heute ans Mörteln des Lebendgesteines gemacht, Die Grundschteine stehen auf Lichtraserplatten welchenoch mal mit 6mm Schaummatte Punktuellunterfüttert sind.


    Gefällt mi so ganz gut. Eine Hauptalge soll auch die halimeda werden denke dieist auch git geeignet vor allem kleinere Arten damit sich die Pferdchen gut drann festgreifen können.

    Binmit dem ergebnis jetzt eigendlich ganz zu Frieden was die Grundgestaltung betrifft. Als nächstes kommt Livesand rein, bin damit bisher eigendlich ganz zu Frieden.

    beste Grüße aus Göttingen


    Sven

  • Wenn du die Stabilität ansprist, ja kein Problem, wenn du die Dreck ansammlung ansprichts sollte auch gegehn da ist noch etwa 6mm Luft zum Glas, durch den Schaumstoff. Hab es auch Sparsam verbaut und wirklich nur da wo auch ein Stein am ende Steht. Hab die Metode vorher auch im Süßwasser so angewendet.

    beste Grüße aus Göttingen


    Sven

  • Naja, für mich unnötig, sammelt und gammelt Dreck wo die CC nicht dran kommt. Normal wird sowas im MW nicht empfohlen. Im SW geht's vll, da wird eine andere Stabilität von Werten für Korallen benötigt, aber wenn du keine schwierigen Korallen setzen möchtest 🤷

    VG

    Chris

  • Naja nur Algen, vielleicht ne Gorgonie und mangroven. Borstenwürmer dürften kein problem haben. da durch zu kommen. Das Schwirige sind glaube ich die Seepferdchen was die wasserwerte Anbelangt, Dreck muss ich eh Hier mehr selber Entvernen da die Strömung vergleichsweise sehr gering ist.

    beste Grüße aus Göttingen


    Sven

    Edited once, last by Zwergkugler ().

  • die Seepferdchen was die wasserwerte Anbelangt, Dreck muss ich eh Hier mehr selber Entvernen da die Strömung vergleichsweise sehr gering ist.

    Spannendes Projekt danke fürs vorstellen.


    Ganz kurz ein kleiner Hinweis zu deinem Steinaufbau bevor du vielleicht zu weit planst:

    Seepferdchen sind Lauerjägeer und halten sich eigentlich dauernd mit ihrem wickelschwanz an Gegenständen fest. Das scharfkantige Riffgestein könnte da etwas schwierig sein zum festhalten oder fürs festhalten wegen Verletzungsgefahr. Wenn sich da was entzündet bei den Pferdchen dann ist das möglicherweise ein Problem.

    Muss nicht sein aber kann.

    Du hast gerade neulich in dem anderen Thema gefragt wegen Detritus.

    Ein Seepferdchenbecken hat automatisch wenig Strömung und viel Detritus.

    Bei deinem Steinaufbau sammelt sich wahrscheinlich schnell viel an und wenn du wenig Strömung hast noch mehr. Also den Steinaufbau würde ich überdenken für dein Projekt. Auch wegen der Keimdichte welche ja einer der größten Feinde von Pferdchen ist.

    Nächstes Thema ist das Futter: Bei so einem wuchtigen Aufbau verfängt sich wahrscheinlich auch viel von dem Futter und die Pferdchen kommen da nicht mehr ran sind ja langsame Fresser. In der Folge wird das Wasser belastet Thema Keimdichte.


    Algen Caulerpa & Co hast du ja schon auf deine Liste. igendwo habe ich auch schon gesehen dass jemand tote Gorgonienskelette verwendet. Hast ja selber schon erwähnt mit den Gorgonien.

    Pflegeleichter wäre es auch bei weniger Steine.

    Das sind nur Tipps und Chef des Aquariums und projektchef bist und bleibst du.


    Viel Erfolg wünsche ich dir auf jeden Fall !

  • Hallo Matthias,

    das mit den scharfkantigen Steinen lese bzw. höre ich tatsächlich zum ersten Mal. Der Steinaufbau war auch so gedacht, dass die Pferdchen einen eher dunklen Rückzugsort haben, daher der brückenartige Aufbau.

    Das mit dem hohen Eintrag der Futtermenge ist auch so ein wenig der Punkt, an dem das Ganze steht und fällt. Ich glaube, es ist im Verhältnis etwa fünfmal mehr.

    Die Strömung wird noch erhöht. Eine mittlere Strömung ist für die Pferde okay – zumindest nach den Erfahrungen von Elena Theys.

    Der Steinaufbau wirkt auf dem Frontfoto, denke ich, klobiger, als er wirklich ist. Zur Rückwand hin habe ich unten auch noch Platz. Die Strömungspumpe ist aktuell ziemlich weit unten verbaut und befindet sich im Spalt zwischen den Steinen. Da werde ich aber noch eine Schutzdüse anbauen, die die Strömung etwas fächert und verhindert, dass sich dort ein Pferd verhaken kann. Außerdem versuche ich, die Steine dort etwas mehr zu unterspülen, damit sich weniger Dreck sammeln kann.

    Ein Pflegeplan mit wöchentlichem Wasserwechsel ist ebenfalls vorgesehen. Vielleicht frage ich auch mal bei Frau Theys nach, was sie davon hält. Das wäre jedenfalls auch meine Wunschbezugsquelle für die Pferde.

    beste Grüße aus Göttingen


    Sven

  • Nächstes Thema ist das Futter: Bei so einem wuchtigen Aufbau verfängt sich wahrscheinlich auch viel von dem Futter und die Pferdchen kommen da nicht mehr ran sind ja langsame Fresser. In der Folge wird das Wasser belastet Thema Keimdichte.

    Guter Punkt.

    Ich würde, nach einer gewissen Standzeit, zu den Seepferdchen ein Paar Leierfische, oder evtl. noch ein Paar Seenadeln dazu setzen, um zusätzliche "Futterverwerter" zu haben.

    Schnecken o.ä. setze ich eigentlich voraus...

    Grüße Andreas


    180x70x65 (OptiWhite-Glas)

    Technikbecken 100x50x40

    Giesemann Aurora V4 150cm

    2x Tunze 6075 Hub / 1x Tunze 6105 Hub

    Tunze smartcontroller 7000

    Nyos Quantum 160

    Dupla RO 600

  • Da hatte ich auch definitiv dran gedacht, Heute ist der erste Putztrupp eingezogen Ceritium ein paar algenschnecken und ein schwung kleine Einsiedler. Di Pods explodiere gerade richtig im Becken und weiden die Korkrückwand ab.

    Wenn Leierfich dann wohl die kleinen Roten Synchiropus moyer. Auch hatte ich an einen größeren Schlangenstern (Kettenglieder) gedacht weiß aber nicht ob der nicht zu sehr von den Pferden genervt werden könnte. Wäre aber sicher auch ein guter Resteverwerter. Ich werde auf alle fälle dan mit einem Futterplatz auserhalb des Aufbaus arbeiten.

    beste Grüße aus Göttingen


    Sven

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