x

x

x

Mit der Planung fängt alles an. Fehler die man beim Start macht ziehen sich später durch wie ein roter Faden. Daher sollte man sich wirklich Zeit bei der Planung und seinen Überlegungen machen. Ein paar, wie wir finden, wichtige Sachen sprechen wir hier an.


• Was zum Lesen:

    Wichtig vor dem Start in dieses Hobby ist es, sich ausreichend zu belesen und sich ein gewisses Maß an Grundwissen, incl. einiger Fachbegriffe anzueignen. Dafür gibt es einiges an Lektüre auf dem Markt. Welche können wir nicht alle aufzählen. Empfehlenswerte erhaltet ihr z.B. in diesem Beitrag.

    Ebenfalls sehr empfehlenswert sind die Ausführungen von Diplombiologe Jörg Kokott. In seinen Empfehlungen werden sehr viele hilfreiche Tipps und Erklärungen gegeben die ein Grundverständnis über viele Abläufe geben. Hier könnt ihr diese einsehen. Das Buch Riffaquaristik für Einsteiger gibt es aktuell in der 8. Auflage und hat an Umfang zugenommen. Eine kleine Vorstellung erhaltet ihr hier.

    xxxxx

     

• Das Aquarium:

    Aquarien gibt es wie Sand am Meer. Je nach Platzangebot und Budget gibt es dort verschiedene Möglichkeiten an ein Aquarium zu kommen. Es gibt fertige Systeme die durchaus sinnvoll sind. Genauso kann man sich ein Becken von nem Aquarienbauer nach eigenen Vorstellungen bauen lassen. Ebenso kann man ein fertiges Becken einzeln im Aquarienladen kaufen und sich seine gewünschte Technik selbst zusammenstellen. Alles geht und ist möglich.

    Man kann ein bestehendes Süsswasseraquarium auch als Salzwasseraquarium nutzen. Dazu braucht es ein paar Aufrüstungen. Hier ist mal ein schöner Beitrag, der es gut erklärt.

    Klar ist aber, je grösser das Aquarium desto besser. Die Zeit hat gezeigt, dass sehr viel Einsteiger binnen kürzester Zeit ihre Aquarien vergrössern. Daher bitte schon bei der Planung das maximal Mögliche mit bedenken.

    Ein Seite mit Berechnungsmöglichkeiten für verschiedene Aquarien findet ihr hier.

    Für all die jenigen die sich ein Becken anfertigen lassen wollen, oder selbst anfertigen wollen, gibts hier eine schöne Erklärung über Glas, Verklebungen und Kräfte die wirken.

    Bei der Konstruktion eines Unterschrankes ist auch einiges zu beachten. So sollten z.B. nicht zu dünne Materialien verwendet werden. Hier mal ein Link dazu im Bezug auf Holz.

    Ein wichtiger Punkt ist das Gesamtgewicht eines Aquariums, incl. Schrank und Technik. Das muss man unbedingt berücksichtigen. da kommen je nach Grösse schnell einige hundert Kilo zusammen. Da kann man mal hier reinschauen. Da ist einiges sehr gut beschrieben. Zum Thema Statik gibt es auch Ausführungen.

    x

     

• Technikbecken:

    Ein Technikbecken ist eigentlich immer zu empfehlen, wenn Platz dafür da ist. Darin verschwindet fast sämtliche Technik aus dem Sichtbereich im Becken. Zusätzlich nötige Filter für Adsorber bzw. Kohle können ebenfalls dort eingesetzt werden ohne die Optik des Beckens zu stören. Ebenfalls können zu dosierende Mittel direkt ins Technikbecken dosiert werden ohne direkte Gefahr für die Tier.

    Von Technikbecken gibt es viele Varianten. Mit einer Kammer, mit zwei, drei oder mehr Kammern. Je nach Grösse. Ob nun zwei oder mehr Kammern hat ist relativ egal. Kommt natürlich drauf an was man vor hat. Wichtig ist das Technikbecken so zu planen, dass eine Kammer mit konstantem Wasserstand für den Abschäumer vorhanden ist und eine Rückförderkammer, wo nach Möglichkeit die Sensoren für die Nachfüllanlage installiert werden. Sehr wichtig: Es sollte im Störfall auch das rücklaufenden Wassers aus dem Hauptbecken auffangen können. Das sind in der Regel nur einige Liter. Die sollten aber ins Technikbecken passen.

    Ein Thema mit ein paar Tipps findet ihr hier oder über die Suchfunktion im Forum.

    Ebenfalls in diesem Zusammenhang sei nochmal von Jörg Kokott die Empfehlungen A bis Z erwähnt. Dort findet man einiges sehr interessantes im Bezug aufs Technikbecken.

    x

     

• Verrohrung:

    Bei Aquarien mit Technikbecken muss man auch zwangsläufig über die Verrohrung nachdenken. Bei Komplettbecken diverser Hersteller ist in der Regel bereits alles vorhanden und fertig für den Betrieb. Die Verrohrung verbindet das Hauptbecken mit dem Technikbecken und bildet damit einen Kreislauf.

     

    Welche Rohrdurchmesser man dabei nimmt hängt von der Grösse des Beckens, der gewünschten Durchflussmenge durch das Technikbecken, der Rückförderpumpe und evtl. des Versorgungssystems ab. Da setzt Triton z.B. einen 10-fachen Durchsatz des Beckenvolumens voraus. Dafür muss die Verrohrung passen um das ablaufende sowie das zurück zu pumpende Wasser zu bewältigen.

    Durchflussmengen für PE-Rohre:

    25mm Außendurchmesser (DN20) = 1,80 m³/h =1800 Liter/h = 30 Liter / min
    32mm Außendurchmesser (DN25) = 3,00 m³/h =3000 Liter/h = 50 Liter / min
    40mm Außendurchmesser (DN32) = 4,98 m³/h =4980 Liter/h = 83 Liter / min

    Einen zusätzlichen Durchflussrechner findet ihr ansonsten auch hier.

    Diese Werte können für den Ablauf herangezogen werden, weil dort das Wasser nur durch Schwerkraft abfliesst, also drucklos. Daher können die einzelnen Rohrdurchmesser nur eine gewisse Menge an Wasser abfliessen lassen. Es ist bei der Wahl der passenden Rohrdurchmesser daher wichtig zu wissen wieviel Wasser man zwischen Becken und Technikbecken je Stunde austauschen möchte.

    Beim Ab- und Zulauf sollte man, wenn nicht anders möglich, Bögen und keine Winkel verwenden. Diese ermöglichen ein sanfteren Wasserlauf und erzeugen weniger Widerstand und Geräusche. Wenn möglich sollte man immer den direktesten Weg für das Wasser wählen. Je weniger Biegungen und je kürzer der Weg, desto weniger Widerstand. Das ist vor allem für die Rückförderpumpe und deren Leistung wichtig.

    Hat man die Verrohrung fertig, dann sollte die Rückförderpumpe von der übrigen Verrohrung entkoppelt werden. Das bedeutet, dass die Pumpe nicht direkt mit dem Rohrsystem verbunden wird, sondern ein Stück Silikonschlauch als Verbindungsstück dienen sollte. Dies verhindert das Übertragen evtl. auftretender Vibrationen der Pumpe auf das Rohrsystem. Silikon deswegen, weil normale Aquarienschläuche recht schnell hart werden und dann wieder Vibrationen übertragen können.

     
    90° Bogen   90° Winkel

    Will man in ein Standardaquarium nachträglich eine Verrohrung installieren, dann müssen oft noch Löcher ins Glas gebohrt werden. Das ist nicht sehr schwierig und man findet dazu ne Menge Anleitungen im Netzt. Für verschiedene Rohrdurchmesser müssen natürlich auch unterschiedlich grosse Bohrkronen benutzt werden. Welche führen wir auch nochmal mit an.

    Bohrungsgrössen für Aquariendurchführung:

    20 mm Rohrdurchmesser- Bohrung 28 mm
    25 mm Rohrdurchmesser- Bohrung 35 mm
    32 mm Rohrdurchmesser- Bohrung 43 mm
    40 mm Rohrdurchmesser- Bohrung 55 mm
    50 mm Rohrdurchmesser- Bohrung 61 mm

     

• Unterlage fürs Aquarium:

    Dabei scheiden sich die Geister. In der Regel gibt der Hersteller in der Betriebsanleitung des Aquariums eine Empfehlung zum Betrieb seines Beckens mit an. Daran sollte man sich halten. Nicht zuletzt wegen eines evtl. Garantieanspruches, sondern auch wegen der Versicherung. Diese fragen bei nem Glasbruch mit angehängtem Wasserschaden oftmals sehr genau nach. Lässt man sein Becken bei einem Aquarienbauer anfertigen, dann wird dieser ggf. eine Empfehlung aussprechen. Ansonsten gibt es interessante Diskussionen über ein Für und Wider. Hier zum Beispiel ein sehr langes Becken.

•  Filter:

    Ein mechanisches Filtern über mehrere Medien wie man es vom Süsswasser kennt, wird im Meerwasserbereich nicht durchgeführt. Näheres dazu im Bereich Technik.

•  Technik für den Start:

    Minimal benötigt man ein Aquarium, eine passende und für den später gewünschten Besatz passende Beleuchtung, Strömungspumpen und einen Heizer. Das würde im Grunde schon reichen um ein Salzwasseraquarium zu betreiben. Wenn man Fische halten möchte sollte man noch einen Abschäumer mit einbeziehen.

• Sonstige Mittel:

    Wir empfehlen, dass man auch bereits vor dem Start des Beckens alle benötigten Wassertests besorgt hat. Auch wenn man diese nicht zwingend sofort nutzt, wird man sie später auf alle Fälle brauchen. Für den Anfang wird man aber Ca, Kh und Mg brauchen. Später kommen dann noch NO3, PO4 und ggf. noch NO2 und NH4 dazu. Alles weitere findet ihr in der Rubrik Wasser & Test.

• Was will ich halten:

    Die technische Ausrüstung eines Aquariums richtet sich auch nach dem Besatzwunsch.

    Wichtig ist sich nach Möglichkeit von vornherein darüber klar zu sein in welche Richtung man gehen möchte. Ein 30 Liter Aquarium lässt natürlich nicht viel Spielraum. Grössere Becken schon. Will man irgendwann kleinpolypige Steinkorallen (SPS) halten, sollte man von Anfang an sehr gutes Licht einplanen. Wenn auch nicht sofort beim Start nötig, wird man dieses dann aber später brauchen. Genauso wichtig ist ausreichend Strömung, die dann auch noch möglichst wechselnd gestaltet werden sollte.

    Ihr seht, es ist wichtig sich vorher klar zu werden was man halten will. Nicht zuletz um ein doppeltes Kaufen von Hardware zu vermeiden. Das schont den Geldbeutel.

    Will man Fische halten, sollte man sich sehr gut über diese VOR dem Kauf informieren. Dabei ist oft auch das Meerwasserlexikon sehr hilfreich. Gleiches gilt natürlich auch für die niederen Tiere.

    Alles über die Haltung von Anemonen gibt es in einer sehr guten Dokumentation namens Anemonen FAQ.

• Besatz festlegen:

    Wie oben bereits geschrieben sollte man vorher festlegen wer einziehen darf. Das wird nicht immer gelingen, aber man sollte es zumindest versuchen und dieses dann auch nach Möglichkeit einhalten. Da muss man zum Wohl der Tiere auch mal seinen inneren Schweinehund bekämpfen.

    Der Besatz ist prinzipell abhängig von der Grösse des Aquariums, der Dekoration und der technischen Ausstattung. Nicht zuletzt auch vom Wissensstand des Halters.

    Ein Anemonenfisch ohne Anemone sollte man daher nicht planen. Genauso Korallengrundeln ohne die passenden Korallen, oder ein Symbiosepärchen von Grundel und Knallkrebs ohne Sand. Empfindliche SPS Korallen sollten nur geplant werden, wenn man gewillt ist für gutes Licht Geld auszugeben, ihnen die nötigen Wasserwerte garantieren kann und sonst die technischen Voraussetzungen bieten kann im Störfall eingreifen zu können. Da muss man sich vorher wirklich belesen um den gewünschten Tieren die bestmöglichen Haltungsbedingungen zu ermöglichen.

    Wir raten daher dringend von so genannten "Spontankäufen" ab. Auch Händleraussagen sollten immer kritisch hinterfragt werden. Denn genau diese sind das was sie sind, nämlich Händler. Sehr viele sind dabei verantwortungsvoll und verkaufen nicht blindlings irgendwelche Tiere. Es gibt aber trotzdem welche der Hauptaugenmerk auf dem Geldverdienen liegt. Erfahrungsgemäß sind es oft jene in Großmärkten.

    Anhaltspunkte kann man sich vorher schonmal auf einigen Seiten im Internet holen. Für den Fischbesatz kann man beim Fischselector seine Beckenmaße eingeben und bekommt einiges an Empfehlungen für einen möglichen Besatz. Für kleinere Becken kann man sich bei AquaScenario Anregungen holen.

• Das Versorgungssystem:

    Nach der Planung des Korallenbesatzes muss man auch an die Versorgung der Korallen denken. Man sollte sich vor dem Start des Beckens gewiss sein, welches Versorgungssystem man nutzen möchte oder sich zumindest schonmal mit den Möglichkeiten vertraut gemacht haben. Da heisst es auch wieder lesen, lesen, lesen. In der Rubrik Versorgung haben wir das Wichtigste mal zusammengefasst.

• Was kostet es:

    Gleich vorweg: Dieses Hobby ist teuer. Wenn man nicht bereit oder in der Lage ist entsprechend Geld zu investieren, sollte man es lieber lassen und sich ein anderes Hobby suchen.

    Rechnen kann man grob über den Daumen mit etwa 1000 Euro je 100 Liter Wasser. Eher mehr.

    Es gibt inzwischen Technik in allen Preislagen. Da kann man sich umschauen und je nach Budget entscheiden. Meistens gilt aber, teurere Technik ist höherwertig. Und, wer billig kauft, kauft zweimal.

• Die Folgekosten:

    Die Folgekosten variieren natürlich je nach Beckengrösse und Technikumfang.

    Fest steht aber, daß man Verbrauchsmaterialien, immer mal wieder Wassertests, ggf. Wasserwechsel, dementsprechend Salz, Mittel für die Versorgung des Beckens, evtl. Röhrenwechsel und nicht zuletzt den Strom rechnen muss. Letzteren kann man sich relativ leicht errechnen, indem man die Wattzahlen der Technik mißt, addiert und so mit dem Kilowattpreis des Stromanbieters die Kosten ermittelt.

    Beispiel:

    Nehmen wir an der Stromverbrauch des Aquariums incl. Licht und Heizung ist auf den Tag gerechnet im Schnitt bei 200 W/h.

    200 W x 24 h = 4800 W/Tag = 4,8 kW/Tag

    4,8 kW/Tag x 365 Tage = 1752 kW/Jahr

    1752 kWh x 0,28 € = 490,56 €/Jahr (bei angenommenen 28 ct pro kWh. Diesen Wert entnehmt ihr eurem jeweiligen Tarif des Stromanbieters)

    490,56 € : 12 Monate = 40,88 €/Monat reine Stromkosten für das Aquarium.

    Hinzu kommen aber noch die oben genannten zusätzlichen Kosten für Verbrauchsmaterialien und Co. Dieses sollte man vor dem Start in der Planung berücksichtigen.

• Der zeitliche Aufwand:

    Der zeitliche Aufwand ist ebenfalls je nach Becken und Technikumfang unterschiedlich. Tägliches füttern, ggf. auch mehrmals, Scheiben putzen, Technik hin und wieder reinigen, Filtermaterialien ersetzen und, und, und. Das nimmt schon alles einigermassen Zeit in Anspruch. Hier schreiben einige User was dazu.

    Wer die nötige Zeit/Geld nicht aufbringen will oder kann, der sollte sich genau überlegen ob es das richtige Hobby für ihn ist. Nicht selten liest man von Beckenauflösungen aufgrund von Zeit- oder Geldmangel.


x
x
© ceibaer.de