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Die Einfahrphase. Das wohl am meisten diskutierte Thema. Bei jedem anders, aber doch irgendwie immer gleich. Angst muss man davor aber nicht haben.


• Was versteht man darunter:

    Man versteht darunter das Biologisch-aktiv-werden des Aquariums bzw. der darin befindlichen Dekoration. Es muss ein biologisches Gleichgewicht entstehen um ein Becken erfolgreich pflegen zu können.

• Welche Möglichkeiten des Einfahrens gibt es:

    Einfahren kann man sein Becken auf verschiedene Weise. Eine ist das althergebrachte lange Warten bis sämtliche Algenphasen durch sind. Das macht aber nach aktuellem Stand keinen Sinn. Schliesslich will man ja Korallen halten und keine Algen züchten.

    Die andere heute gebräuchliche Methode ist die des "schnellen Besetzens". Das bedeutet, dass man sein Becken relativ zügig nach Start schon mit Korallen besetzt und damit den Algen eine natürliche Konkurenz entgegensetzt. Dieses kann man ohne weiteres schon nach ein paar Tagen machen. Also praktisch bevor überhaupt die ersten Algen entstehen.

    Für das Besetzen mit Korallen sollten die Hauptwasserwerte wie Kalzium, Magnesium und die Karbonathärte im optimalen Bereich sein. Manchmal sind diese auch über dem Optimum. Das ist in der Regel nicht weiter schlimm und verbraucht sich recht schnell.

    Es empfhiehlt sich hierbei bereits vor dem Start auch die entsprechenden Wassertests anzuschaffen.

    Für das schnelle Besetzen sollte man anfänglich nur unempfindliche Tiere wie Weichkorallen, Zoanthus und Scheibenanemonen wählen. Auch einige Montiporaarten wären möglich.

    Dabei muss man dann aber auch schon die Versorgung der Korallen im Hinterkopf haben, weil diese die o.g. Elemente verbrauchen werden. Diese müssen dann ergänzt werden.

    Ihr seht, es spielt alles zusammen und eins greift ins andere.

    Eine schöne Diskussion zum Thema Einfahrphase aus unserem Forum könnt ihr hier finden.

    Auch hier beschreibt jemand seinen Start.

• Woran erkenne ich diese Phase:

    In dieser Phase werden Algen entstehen. Da werden zuerst die Kieselalgen spriessen, gefolgt von Grünalgen. Diese sind meist fädig und können ein ungeahntes Ausmaß annehmen. Gleichzeitig kann es zu Cyanobakterien kommen, wie man hier lesen kann. Ein guten Beitrag, der einiges auch näher zum Thema Einfahrphase erklärt, findet ihr hier.

    In der Regel sind auch erhöhte Werte von Ammonium/Ammoniak (NH4/NH3)und Nitrit (NO2)messbar. Diese sind in der Phase durchaus normal und werden nach einer kurzen Zeit wieder sinken und im optimalen Fall nicht mehr nachweisbar sein. Dies ist ein Zeichen das die Biologie anfängt sich einzuregeln. Damit ist die Einfahrphase aber noch nicht abgeschlossen. Hier ein Beitrag zum Nitrit.

• Wie lange dauert diese Phase:

    Das ist ebenfalls von Becken zu Becken unterschiedlich. Das kann man nicht pauschal sagen. Auch die Intensität der Phasen ist von Becken zu Becken unterschiedlich. Während der eine kaum Algen bekommt, wird ein anderer sich kaum davor retten können. Genauso verhält es sich mit den o.g. Wasserwerten.

• Lebend- oder Totgestein:

    Das ist eine Frage des Glaubens. Einige schwören auf Lebendgestein, andere auf totes Material, wieder andere bevorzugen eine Mischung aus beidem. Auf die einzelnen Sorten Gestein gehen wir ein wenig unter der Rubrik Einrichtung ein.

    Mit Lebendgestein einzufahren ist der Klassiker. Dafür sollte man nach Möglichkeit frisches Gestein wählen. Es gibt reichlich Händler die eigentlich immer gutes Gestein anbieten und wo man sich auch oftmals seine Steine nach seinen Wünschen online aussuchen kann.

    Klar sollte man sich über die Risiken von Lebendgestein sein. Diese können ungebetene Gäste oder Plagen mitbringen. So wird nicht selten von Glasrosen, Kriechsprossalgen, Würmern oder Krebsen berichtet. Wer das Risoko nicht bereit ist einzugehen, der sollte ein anderes Material nutzen. Über Menge und Sinn von Lebengestein kann man mal hier reinschauen, oder übers Forum suchen. Auch dies hier ist ein lesenswerter Beitrag bezüglich Gestein.

    Hinweis: Gebrauchtes Lebendgestein sollte man nicht besorgen. Dieses kann belastet und verbraucht sein. Daraus resultieren hohe Nährstoffwerte und wer weiss was sich noch alles über die Zeit eingelagert hat. Das ist also nicht kalkulierbar. Nur um ein paar Euro zu sparen ist das nicht der richtige Weg.

    Fährt man sein Becken mit totem Gestein ein, so sollte man dieses so schnell wie möglich beleben. Das heisst es muss Biologie rein. Da muss man nachhelfen. Viele benutzen dazu auf dem Markt erhältliche Bakterienpräparate. Besser ist es aber durch schnelles Einsetzen von Korallen dafür zu sorgen, dass die Biologie in Schwung kommt. Dieses Vorgehen haben wir etwas weiter unten näher erklärt.

    Ein Beispiel des Einfahrens mit z.B. Real Reef Rocks findet ihr in diesem Thema.

    Ein sehr lesenswertes Dokument stammt von Jörg Kokott und beschreibt den Einfluss der Dekoration auf die biologischen Prozesse und geht dabei auch auf die Verschiedenen Gesteinsorten ein.

• Bodengrund vorbereiten:

    Nach Möglichkeit sollte dieser mit eingefahrenem Sand aus einem ordentlichen Becken vermischt werden. Ist kein Muss, aber hilft der Biologie auf die Sprünge. Dabei reichen 1 bis 2 Hände aus. Fragt ggf. einen Händler oder befreundeten Meerwasseraquarianer.

    Den eingefahrenen Sand streut man dann direkt über den frischen, oder man vermischt den frischen mit dem eingefahrenen Sand kurz vor dem Einbringen ins Becken in einem Eimer mit etwas Meerwasser.

• Besatz in der Einfahrphase:

    Um den Algen in der Phase etwas Konkurenz zu bieten kann man neben dem Einbringen von ersten Korallen auch die so genannte Putzercrew einbringen. Diese besteht üblicherweise aus Einsiedlerkrebsen und Schnecken. Teilweise sogar bis zu 10 Einsiedler oder Schnecken pro 100 Liter Aquarium. Hier kommt es aber auch auf die Menge an Algenbewuchs und die Art der Einsiedler und Schnecken an. Es gibt einiges an Arten die in der Grösse sehr unterschiedlich sind. Das muss man bei der einzusetzenden Menge mit bedenken. Die Krebse und Schnecken grasen die frisch entstehenden Algen ab und helfen dabei diese einzudämmen. Lange Fäden werden meist nicht gefressen. Diese müsste man vorher zupfen. Ammonium und Nitrit sollten nicht mehr nachweisbar sein, bevor die Putzercrew einzieht. Dazu sollte man diese Werte auch beim Start des Öfteren messen. Es wird oftmals ein erhöhter Nitritwert festgestellt werden. Der so genannte Nitritpeak. Dieser geht schlagartig mit Anlaufen der Microbiologie zurück. Dies ist also ein guter Indikator. Mal hier ein Beispiel.

    Für das Was und Wann gibt es reichlich über die Suchfunktion auffindbare Themen. Einer hier. Auch dies ist ein interessantes Thema zum Einfahren.

• Schnelles Besetzen:

    Eine andere Methode die biologischen Aktivitäten in Gang zu setzen, stellt das oben schonmal genannte "schnelle Besetzen" mit Korallen dar. Vorausgesetzt die Wasserwerte wie Ca, Mg und Kh stimmen und sind im optimalen Bereich, kann man bereits nach ein paar Tagen unempfindliche Korallen einsetzen. Dazu zählen bereits oben erwähnte Weichkorallen, Scheibenanemonen, Krustenanemonen und einige Montiporaarten. Diese bringen mit ihrem Substrat eine Vielzahl an Bakterien mit, die sich innerhalb kürzester Zeit im Becken verteilen und vermehren werden. Stehen diese ersten Korallen gut, kann man kontinuierlich weiterbesetzen und sich seinem Wunschbesatz annähern.

    Mit 2 Korallen in nem 100 Liter Becken wird das aber nichts. Da muss man schon etwas Geld in die Hand nehmen und ein paar mehr Korallen kaufen. So wie hier aufgezeigt.

    Ganz wichtig ist aber, dass man sich bereits vor dem Einbringen der ersten Korallen auf ein Versorgungssystem festgelegt hat, da der Verbrauch an Elementen dann ansteigen wird und man zudosieren muss. Ein Versorgungssystem kommt grundsätzlich erst zum Einsatz, wenn ein messbarer Verbrauch durch die Korallen stattfindet.

    Fische kann man nach dem Einbringen von Korallen dann auch schon einsetzen. Wir würden aber erstmal 1-2 Fische empfehlen. Natürlich vorausgesetzt man will und vor allem kann Fische entsprechend des Beckens halten. Diese bringen mit ihren Abfallprodukten zusätzlich die biologische Kette in Gange. Dabei ist aber zu beachten, dass Fische nur nach und nach über mehrere Wochen eingesetzt werden sollten, damit das Becken immer Zeit hat sich auf das Mehr an Produzenten einzustellen.

    Welche Fische für euer Becken möglich sind, müsst ihr vor dem Kauf rausfinden. Im Bereich Planung habe wir ein paar Tipps gegeben wie ihr das machen könnt.

    Hier sind mal ein paar zusätzliche Hinweise aus dem Forum bezüglich des schnellen Besetzens.

• Bestehendes Becken umziehen:

    Ein bestehendes Becken in ein anderes, dann wahrscheinlich grösseres, übersiedeln, ist möglich. Meistens benutz man neue Steine, egal welchen Typs, neuen Bodengrund und Wasser. Das kann eine wiederholte Einfahrphase nach sich ziehen.

    Hier ein Beispiel eines solchen Vorhabens.



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