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Harald

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Mittwoch, 17. Juli 2013, 18:36

Die Biorock-Technologie

Die Biorock-Technologie ist ein Verfahren zur Abscheidung von Mineralien aus dem Meerwasser, das von Wolf Hilbertz entwickelt wurde. Ziel der Biorock-Technologie ist die Herstellung einer Art Stahlbeton.

Geschichte

Entwickelt wurde die Biorock-Technologie von Wolf Hilbertz in den 1970er-Jahren. Als junger Mann war er auf der Suche nach alternativen Baustoffen. Bei einem Besuch in Bad Salzuflen entdeckte er zufällig eine feste Ablagerung an den Wänden. Sie entstand dadurch, dass für die Kurgäste eine Salzlösung auf Reisig geträufelt wurde. Die Salzionen in diesem so entstandenen Solenebel wirkten sich vorteilhaft auf die Atemwege der Kurgäste aus. Ein Teil der Salze setzte sich jedoch als feste Ablagerung an den Wänden ab.

Nachdem sein Interesse geweckt war, experimentierte er mit Meerwasser. Im Jahre 1974 versenkte er ein Drahtgestell in Salzwasser und legte einen Gleichstrom an. Bereits am nächsten Morgen hatte sich auf dem Drahtgestell eine dünne, weiße Schicht aus Aragonit und Brucit angelagert.

Das folgende Video zeigt die Entstehung einer solchen Konstruktion.



Anwendung zur Schaffung künstlicher Riffe

Unter anderem wurde Wolf Hilbertz auch von den Korallen und ihrem Wachstum inspiriert. Gemeinsam mit dem Biochemiker und Korallenforscher Tom Goreau sorgte er mit der Anwendung der Biorock-Technologie für den Fortbestand vieler durch die Korallenbleiche schwer geschädigter Riffe auf Jamaika, den Seychellen, vor der Malediveninsel Ihuru, in Panama und in Bali. Unter anderem wurden dort künstliche Korallenriffe angelegt. Bis zum Jahr 2008 gab es in über 15 Ländern Biorock-Projekte unter anderem in Thailand, Indonesien, Papua-Neuguinea und in Mexiko.

Im Seegebiet Saya de Malha im Indischen Ozean versucht man mit der Biorock-Technik eine künstliche Insel zu schaffen.

Setzt man auf die Stahlkonstruktionen abgebrochene, lebende Korallen, wachsen diese fest und breiten sich auf dem festen Untergrund aus. Denn die Polypen der Korallen verwenden einen großen Teil ihrer Energie darauf, Kalzium- und Magnesiumionen aus dem Meerwasser zu extrahieren. Mit der Mineralakkretion auf dem Stahl erspart der Mensch ihnen den Energieaufwand, selbst einen festen Untergrund zu schaffen. Dadurch wachsen sie viermal so schnell wie unter natürlichen Umständen.

Biorockstrukturen haben großes Potenzial als Wellenbrecher, da sie mit zunehmendem Alter immer stärker werden. Wird die Konstruktion von Stürmen und hohen Wellen oder durch die Kollision mit einem Schiff beschädigt, repariert sie sich mit Hilfe der Mineralakkretion zu einem großen Teil von selbst.


© by GCRA Biorock® Technology. Fünf Jahre altes Biorock® Projekt in Pemuteran, Bali


Auch der MARUBIS e.V. hat bereits ein solches Projekt in Ban Tai im Jahr 2010 ins Leben gerufen. Wer Interesse an derartigen Projekten hat und unterstützen möchte sollte sich auf der MARUBIS Seite nähere Informationen holen.

Beste Grüße
Harald

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Sven

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Mittwoch, 17. Juli 2013, 19:31

Hoi

Fast so wie wir es machen, aber ein paar Nümmerchen größer!

Toll das man manchmal der Natur etwas zurückgibt und vom Küstenschutz profitiert ja nicht nur Tier, auch der Mensch.

Sven
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Mittwoch, 17. Juli 2013, 20:02

:6_small28:

Interessanter Bericht in gewohnter Harald-Qualität!
Viele Grüße
Achim

Harald

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Donnerstag, 18. Juli 2013, 17:12

Fast so wie wir es machen, aber ein paar Nümmerchen größer!

Ja richtig Sven. :smilie:

Interessanter Bericht in gewohnter Harald-Qualität!

Vielen Dank Achim :smilie:
Beste Grüße
Harald

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Stef

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Donnerstag, 18. Juli 2013, 17:24

Darüber habe ich mal eine recht lange Doku im TV gesehen, war echt interessant!
Vor allem haben die Leute dort langsam geschnackelt, daß die Riffe dort auch Küstenschutz sind.
Grüße,
Stef

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Donnerstag, 18. Juli 2013, 17:40

Wow das Riff auf Bali sieht ja toll aus. Müsste man direkt mal betauchen =)

Danke für den Bericht Harald

Gruss Patrick
Gruess

Patrick

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