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nachoman

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21

Freitag, 24. August 2018, 08:49

Im Meerwasserbereich sind die Umstände doch sogar noch einigermaßen gut, weit ab von perfekt, aber es wird deutlich mehr auf den richtigen Besatz geschaut als im Süßwasserbereich.

Wenn man sieht was da in manchen 60 Liter Pfützen schwimmt, wird einem ganz anders. Aber es ist eben wie hier auch schon erwähnt würde nicht nur eine Frage der Beckengröße, sondern auch einer Frage des Besatzes. Ich kenne auch Becken im 1000l Bereich da schwimmen dann auf einmal 20 Fische drin. Vom Hawaii Doc über über diverse Kaiserfische bis noch zu diversen Riffbarschen. Solche Becken sind zwar groß, aber vollkommen überbesetzt.

Es ist einfach eine Frage der Vernunft und des sich beschäftigen mit den Bedürfnissen des Tieres. Wenn das schon mal jeder machen würde, wäre schon vieles gewonnen.
Gruß Mark


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Josaphat

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22

Freitag, 24. August 2018, 08:51

Guten Morgen zusammen.
Das Problem ist warscheinlich so alt wie die Aquaristik selber.
Meiner Meinung nach stehen vor allem die Händler und noch mehr die Hersteller in der Pflicht! Es kann nicht sein das auf einem kleinen 60er Komplettset als "Beispielbesatz" Skalare und Mosaikfadenfische zu sehen sind, denn das ist der erste Schritt zum Elend.
Vor Ewigkeiten hatte ich schonmal geschrieben, dass niemand sagen kann, in welcher Beckengröße sich Fische wohlfühlen. Es ist alles subjektiv. Natürlich kann man dies mit gesundem Menschenverstand einschätzen, aber wer sagt mir das sich ein relativ standorttreuer Clownie nicht in einem 160er wohl fühlt? Die Grenzen sind nunmal von irgendwelchen schlauen Menschen gesetzt worden.
Somit einfach an den gesunden Menschenverstand appellieren...
LG, Dennis

flyerone

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23

Freitag, 24. August 2018, 08:54

Bei der Ebay-Auktion kann man nur hoffen, dass der Verkäufer dass Hobby aufgibt. Besser ist das.Die Diskusion um die Beckengröße findet man sehr oft, auch in anderen Foren. Sie wird teilweise erbittert geführt, manchmal bis über die Grenze der persönlichen Beleidigung hinaus. Das was man in Foren wirklich zusehen bekommt ist nur die Spitze des Eisberges. Deshalb enden manche Beckenvorstellungen wahrscheinlich auch schlagartig, weil ein neuer Bewohner genau diese Diskussion auslösen würde. In einem Nachbarforum las ich kürzlich einen Beitrag über zwei Ocellaris und eine Kupferanemone in einem 54Liter-Standartbecken. Der Besitzer war davon überzeugt, dass es den Fischen gut geht, denn sie bewegen sich nicht von der Anemone weg. Gegenfrage: Wo sollen/können sie denn hin?

Ich denke auch, dass man seinen Schützlingen die unter Aquarienbedingungen bestmöglichen Bedingungen zukommen lassen muss. Die Tiere sind uns ausgeliefert, wir gehen dabei aber auch eine Verpflichtung ein. Die Haltungsempfehlungen bezüglich der Literzahl sind sicher das eine, die reale Aquarieneinrichtung das Andere. Beides muss in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen.
Der Handel kann hier sicher unterstützen, jede Form von Papierkrieg halte ich aber nicht zielführend. Wer soll das überwachen? Die Kosten trägt der Kunde (wäre für mich OK).Bei meinem letzten Besuch bei meinem Händler habe ich eine eindrucksvolle Beobachtung gemacht: Der Händler hat seit einiger Zeit eine jungen Palettendoktor (ca.4cm) in seiner Händleranlage. Genau die Größe, die eigentlich immer im Handel zu finden ist. Zur Zeit sind dort aber auch Fische eines Kunden wegen Beckenumbau "zwischengelagert". Darunter ein ausgewachsener Palettendoktor mit bestimmt 30cm. So einen Giganten im direkten Vergleich zu dem Zwerg mal zu sehen, ist sehr eindrucksvoll.
Wie bei allen Tieren gilt auch für unser Hobby: Wir übernehmen Verantwortung für ein Lebewesen.
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Liebe Grüße

Thomas



sandanemone

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24

Freitag, 24. August 2018, 09:14

zu erwartende Fischgröße und Tankgröße - Verantwortung

Hallo,
ich möchte zu diesem Thema auch ein wenig beitragen.
Zuerst: die Angaben z.B. im Meerwasserlex (z.B.) sind in der Regel Größenangaben aus der freien Wildbahn, max. gesehene Größe sozusagen (oder der Durchschnitt dazu).
In aller Regel bleiben die Fische in einem Aquarium deutlich kleiner.
Natürlich auch letztendlich Schätz-Erfahrungsangaben mit der min.-Beckengröße.
Die Fische selbst können wir ja nicht Fragen.
Man muß auch von Art zu Art unterscheiden, inwiefern das allgemeine Schwimmverhalten, Territorialität, Paarungsverhalten uswusw. den Platzbedarf bestimmen könnte.
So kann es z.B. sein, das ein Fisch wie z.B. Preußenfisch, zwar mit 500 l (z.B. Dascyllus aruanus) benötigtes Becken angegeben wird, aber allein durch sein wirklich aggressives territoriales Verhalten im Laufe seines Lebens aus meiner Sicht für diese Beckengröße bedenklich sein kann (nicht muß).
Andererseits halte ich selbst seit vielen Jahren zwei Doktoren (Borstenzahn-Kohledoktor und Zebrasoma fl.-Doktor), die meiste Zeit bisher in einem 450 Liter Becken (gut strukturiertes Riff), jetzt in einem 650l Brutto-Becken. Ich hatte nie den Eindruck, das da die Tiere gequält wirken, der Hawai-Doktor ist inzwischen ca. 15 Jahre alt.
Ich merke jedoch, je größer ein Becken ist und je schwimmmäßig-besser strukturiert die Einrichtung (Riff) gestaltet wird, desto "besseres" und weniger nervöses Verhalten wird an den Tag gelegt. Die Tiere sollten "Runden" drehen können.
Ein Zeichen für bedenkliches Platzangebot dafür kann unentwegtes bzw. phasenweise auftretendes Auf-und Abschwimmen an der Scheibe sein.
Das machen die größeren Fische bei den Händlern sehr oft.

Machen wir uns doch nichts vor: wir Aquarianer sperren Tiere ein.
Eine wirkliche Rechtfertigung gibt es eigentlich nicht dafür, wir machen das, weil es uns gefällt.

Die Verhältnisse wie in Natur kriegen wir auch im größten Tank nie hin, die Reviere der Tiere sind in jedem Fall größer als die allermeisten Heimaquarien, auch für Zwergbarsche.
Trotzdem muß es nicht Tierquälerei sein, so jedenfalls meine eigene Rechtfertigung, warum ich das überhaupt machen kann.
Was man machen kann: selbst dafür sorgen, das nicht zu schwimmfreudige oder zu groß werdende (auch im Aqua) Arten gewählt werden. Arten ganz gezielt auswählen, keine impulsgesteuerten Spontankäufe (so läuft es ja meistens).
Weniger Anzahl ist oftmals mehr.
Vielleicht auch, wenn es denn strategisch passend tatsächlich eine Änderung für das existierende Tier geben kann auch andere Aquarianer darauf aufmerksam machen, shitstorm (vielleicht um das eigene schlechte Gewissen zu beruhigen) hilft da am wenigsten.
Nur wenn es die ganz großen Hersteller nach wie vormachen, z.B. Red Sea mit ihren kleinen Heimaquarien auf Messen, auf Broschüren usw. wirklich groß werdende (z.B. Großkaiser, Kuhkopffische) zeigen, wird da ein Wunsch geweckt, der unvernünftig, "unmoralisch" sein kann.
Hier sollte die Kritik eher als erstes ansetzen.
Gibt noch viel dazu zu sagen, aber dies war mir am wichtigsten.
Meine Meinung.
Gruß Thomas

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nachoman (24.08.2018), Reefy85 (24.08.2018)

Curi

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25

Freitag, 24. August 2018, 09:29

Hallo,

welche Fischanzahl ist aus deiner Sicht denn für ein 1.000 Liter Aquarium angemessen? Bei 20 Doktoren und Großkaisern würde ich zustimmen, aber ansonsten würde ich ein 1.000 Liter Becken mit 20 Fischen nicht zwangsläufig als vollkommen überbesetzt bewerten.
Es kommt auf die gepflegten Fischarten an, ob diese riffgebunden leben, wie diese miteinander harmonieren etc.

Viele Grüße
Thomas
Ich kenne auch Becken im 1000l Bereich da schwimmen dann auf einmal 20 Fische drin. Vom Hawaii Doc über über diverse Kaiserfische bis noch zu diversen Riffbarschen. Solche Becken sind zwar groß, aber vollkommen überbesetzt.


LysN.

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  • »LysN.« ist der Autor dieses Themas

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26

Freitag, 24. August 2018, 14:15

Wow, das wäre mal ein organisatorischer aufwand... Man müsste vieles auromatisieren und die händler müssten geld ausgeben für die technik... Viele könnten es nicht finanzieren, und würden pleite gehen, weil sie keine lizenz bekommen... So etwas wäre zwar super, aber es ist eine utopische vorstellung, und kann vermutlich nicht realisiert werden

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